Bouchéstraße
Hannelore, eine Freundin aus der Nachbarschaft in Arnos Kindheit und Jugend, gelingt die Kontaktherstellung.
Da Arno verschickt war, kam er darum herum, als Jugendlicher um Berlin kämpfen zu müssen, wie viele seiner ehemaligen Schulfreunde, von denen einige dabei ums Leben kamen. Stattdessen hatte er mit seinen Schulkameraden an Schützengräben zu arbeiten, die für den Rückzug der deutschen Wehrmacht "im Rahmen der Frontbegradigung" gebraucht wurden.
Mit Fortdauer des Krieges wird die Familie immer mehr auseinander gerissen.

Arnos Mutter war überwiegend zu Hause und kümmerte sich um Arno, während sein Vater Fritz bei der Post als Fernmeldeechniker beschäftigt war. Arno wuchs - dem Zeitgeist entsprechend - im Spannungsfeld seiner ordentlich und konservativ eingestellten Mutter und seinem gesellschaftskritisch, sozialdemokratisch und individuell denkenden Vater auf und lehnte sein Weltbild damals dem seiner Mutter an.
In lebhafter Erinnerung sind mir Arnos ausgesprochen starken familienhistorischen Interessen. Und so führte uns die erste kleine Reise in Prignitzstädtchen Perleberg. Da gab es sehr frühe kindliche Erinnerungen an die Großeltern. Und da ich die Stadt ganz gut aus meiner Tätigkeit im benachbarten Wittenberge kannte, suchten wir ein Haus mit sehr großem Balkon und ein kleines Haus mit einem Steintritt. Das mit dem Balkon hatten wir mit ziemlicher Sicherheit gefunden. Arno erzählte, dass er dort öfter unter Aufsicht von Mutter und Oma gespielt habe.